27. September: Lunzenau

Ehemaliges Kaufhaus | Markt 5

FREITAG | 27.9. 2019

Jede Annäherung beinhaltet eine Überwindung des Fremdseins. An diesem Abend geht es um mindestens drei Geschichten des Befremdens: Zwischen Stadt und Land, zwischen Ost und West, zwischen damals und heute.

Ein Film, in den 1990er Jahren gedreht, handelt von vielen Blicken auf das Fremde und ist selbst zu einem Dokument für die Wendezeit geworden.

Eine Videoinstallation über die Bewegung von der Stadt aufs Land versucht sich der Geschichte anzunähern.

Ein Haus, das viele Schichten von Geschichte in sich trägt: Das ehemalige Kaufhaus Lunzenau ist mit seiner Spielzeugabteilung vielen noch in Erinnerung. Fast vergessen ist jedoch die Wendezeit mit Teppichmarkt und noch weiter zurück-liegende Geschichten: Hier wurde der erste Rochlitzer Arbeiterverein gegründet und hier gab es einmal ein Theater. Einst Ort des Lunzenauer Kultur- und Wirtschaftslebens steht es heute größtenteils leer.

Ein Abend zum Sehen und miteinander Sprechen. Was sehen wir wieder? Was sehen wir anders? Was sehen die anderen? Wie verändert sich der Abstand zum Fremden? Und was kann neu gesehen werden?

PROGRAMM

Vor unserem Programm wird der Filmverband Sachsen um 16.30 einen Kinderfilm aus der DDR zeigen. Davor und danach wird die Ausstellung „Heide“ schon geöffnet sein.

Das Fremde  

Dokumentarfilm | Detlef Gumm und Hans-Georg Ullrich | 86 min | BRD 1994

Der Film verfolgt unterschiedliche Aspekte des Fremdseins in der Nachwendezeit. Sind sich Westdeutsche und Ostdeutsche fremd? Woran erkennt man das Fremde und wie begegnet man dem Fremden? Was hat das für die deutsche Einheit zu bedeuten? Dabei wird gleichermaßen Einheit und Fremdheit in Frage gestellt. „Ja dieses Frem-de, woher kommt denn das dann, wenn wir im Grunde genommen eigentlich alle gleich sind?“

Heide

Multimediale Ausstellung (Fotografien, Film, Texte) und Lesung von Larissa Lackner | 2019

„Heide“ beschäftigt sich mit der Biographie einer fast vergessenen Landarbeiterin in der Uckermark. Sie zog einst als allein stehende Frau von der Stadt aufs Land. Die Künstlerin Larissa Lackner ist selbst von der Stadt in die Uckermark gezogen. Durch den einfühlenden Blick stellt die Arbeit Beziehungen zwischen den beiden Frauen her. Dennoch bleibt die Figur „Heide“ rätselhaft.

Hans-Georg Ullrich und Larissa Lackner werden für ein Gespräch vor Ort sein.

In Kooperation mit dem film.land.sachsen