14. August 2026: Pomßen

Freitag, 14.08. 19:00 Uhr
Festplatz am Mühlteich Pomßen

Eintritt frei

Das STRANDFESTKINO belebt die Betonruine auf dem ehemaligen Festplatz am Mühlteich in Pomßen neu. Zwischen 1968 und 1991 fand hier das „Strandfest“ statt – ein jährliches Sommerfestival mit Kino, Musik und vielfältigem Kulturprogramm, getragen von einem Verband, der nach der Wende nicht weiterbestand.
Wie fühlt sich dieser Ort heute an? Was passiert, wenn seine Geschichte noch einmal sichtbar wird und auf Kurzfilme trifft, die nach 1991 entstanden sind? Gemeinsam möchten wir ins Gespräch kommen: Welche Erinnerungen, Bilder, Töne und Perspektiven werden dabei lebendig und was lösen sie heute in uns aus?

Der Filmabend am alten Festplatz ist eine Kooperation der Leipziger Initiative Kino in Bewegung mit dem Kunstraum IDEAL und dem Pomßener Kulturprojekt Composta und wird in Zusammenarbeit mit dem Museum Pomßen umgesetzt.


FILMPROGRAMM und VIDEOINSTALLATION:

Der Große Gammel
Susann Maria Hempel
2013, 9min

Ein filmischer Abgesang der Filmemacherin auf das alte Theater ihrer Heimatstadt Greiz. Was sich in dem verlassenen Gebäude finden ließ an Filmmaterial, Dias, alten Tonbändern, verätzt und zerkratzt sie bis das Gebäude auch auf der Leinwand unwiederbringlich verschwindet.


Spätsommer 91
Olaf Held
1991, 3min

Nostalgie pur: Eine Geburtstagsfeier im Erzgebirge Anfang der 90er, festgehalten von einer Videokamera, die niemand richtig bedienen kann. Viel Bier und alberne Grimassen. Doch dann kippt die Stimmung: Die Band spielt nur noch Blues, das Salz ist alle und plötzlich steht die Polizei vor der Tür.


Tobacoolandfest 1991
Filmmaterial aus dem Museum Pomßen, Schnitt: Anna Zett
1991, 10 min

Im Museum Pomßen tauchte dieses Videomaterial einer einmaligen Feier auf, die sich kurz nach dem letzten Pomßener Strandfest wie ein P.S. an diese Ära heftet. Zwischen Rodeo und der symbolstarken Magie der Zigarettenmarke „West“ wird das Versprechen eines Neuanfangs spürbar.


Upload DDR
Merlin Rainer
2024, 8 min

Eine junge DJ, die in einer ostdeutschen Kleinstadt lebt, erzählt von ihren Erfahrungen mit HardTekk, der Musik, die vor allem auf Partys im Osten gespielt wird. Ihr Leben besteht aus Social Media Posts, Rave-Culture und den Unsicherheiten des Erwachsenwerdens. Der handgezeichnete Dokumentarfilm blickt auf eine junge Generation, die sich innerhalb der digitalisierten, globalisierten Welt, politischer Extreme und einer neuen Welle der Ostalgie auf die Suche nach Identität begibt. 


motherlands
Danila Lipatov & Karen Zimmermann
2025, 29 min

2020 ziehen Danila und Karen vorübergehend in ein Reihenhaus. Im Garten verbringen sie ihre Zeit mit Gärtnern, Spielen und Nichtstun – und führen wöchentliche Telefonate mit den Müttern des jeweils anderen. So lernt Danila Karens Mutter Ulrike aus Remscheid kennen, während Karen mit Danilas Mutter Tatjana in Moskau spricht. Zwischen Alltag und Inszenierung stellen sie die natürliche Ordnung der Dinge ebenso infrage wie die gesellschaftlichen Rollen, die ihnen zugeschrieben werden. Historische und geografische Distanzen verlieren an Bedeutung, der Generationenabstand wird überbrückt. Die Begegnung findet in einem künstlichen, sich ständig verwandelnden Garten statt, der sich jeder festgelegten Ordnung entzieht.

Strandfest 1968
Video-Installation in der alten Mühlteichbühne
Filmmaterial aus dem Museum Pomßen


Während des Filmprogramms lädt die Künstlerin Anna Zett zu einem offenen Austausch zwischen Filmemacher*innen und Publikum in einem spielerischen Dialog-Format. 

Kuration des Film- und Videoprogramms: Kino in Bewegung
Idee, Recherche, lokale Organisation: Anna Zett und Philipp Goll (Composta)
Mit freundlicher Unterstützung vom Heimatverein Pomßen

Die Veranstaltung wird durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und das Kulturamt der Stadt Leipzig gefördert.