12. April 2026: Eppendorf


Eppendorf ist eine sächsische Gemeinde mit heute etwa 3400 Einwohner:innen, auf halben Weg zwischen Chemnitz und Freiberg gelegen. Vor 1989 lebten hier fast doppelt so viele Menschen. Es gab drei große Industriebetriebe, deren Arbeiter:innen auch aus den umliegenden Gemeinden in den Ort pendelten. Heute sind die Wäsche-, die Schuh- und die Möbelfabrik Geschichte. Und trotzdem pendeln die Menschen der Dörfer ringsherum nach Eppendorf: inzwischen zum Einkaufen. Für einen Kinobesuch ist es umgekehrt: die nächsten Kinos sind in Freiberg und Chemnitz. Das letzte der beiden Eppendorfer Kinos, das Apollo in der Freiberger Straße, wurde bereits 1988 geschlossen.
Der Verein „Altes Bahnhofsviertel Eppendorf e.V.“ möchte wieder Kinoveranstaltung im Ort selbst einen Raum geben. Zwischen 2019 und 2021 wurde der ehemalige Bahnhof durch bürgerschaftliches Engagement, Unterstützung der Kommune und Fördermitteln des Bundes zu einem soziokulturellem Begegnungsort ausgebaut. Bis 2025 kam Helmut Göldner nach Eppendorf, der dienstälteste mobile Filmvorführer der Region, dem Matthias Ditscherlein im Dokumentarfilm „Kinomann“ ein kleines Denkmal setzte.
2026 hat der Verein Helmut Göldner dann aber nicht mehr erreicht. Stattdessen jedoch uns. Schon wegen der beherzten Kontaktaufnahme sind wir gern gekommen. Und ja: bei Erstkontakt können wir ausnahmsweise auch Wunschkino! Beim Abspielring Dorfkino einfach haben wir den Kinderfilm „Die Mucklas... und wie sie zu Pettersson und Findus kamen“ (2022) von Ali Samadi Ahadi und Markus Dietrich geordert. Und für das erwachsene Publikum gab es die französisch-britische Produktion „Monsieur Blake zu Diensten“ (2023) von Gilles Legardinier. Ein Nachmittag, zwei Screenings, drei Resultate: wir haben die Eppendorfer kennen gelernt, den Verein mit dem Abspielring in Verbindung gebracht und auch in Hinblick auf die, für künftige Kinoscreenings nötige Technik beraten. Von nun an können sich die Menschen in Eppendorf ihre Kinowünsche in direkter Kooperation mit Dorfkino einfach selbst erfüllen. Was nicht heißen soll, dass wir nicht wiederkommen. Im Gegenteil: wir sind gespannt, welche Kooperationen zwischen KiB und dem „Altes Bahnhofsviertel Eppendorf e.V.“ in Zukunft ergeben.

