25. April 2026: Stendal

Filmabend mit Filmgespräch:
„Mit der Faust in die Welt schlagen“
Eintritt frei
„Mit der Faust in die Welt schlagen“ – (Filmabend mit Filmgespräch im Rahmen der
Kino in Bewegung war für einen Filmabend in Stendal zu Gast, im Rahmen der Ausstellung „Fehhler-Kultur Stendal-Süd“. Die Ausstellung setzt sich künstlerisch mit dem ehemaligen Stadtteil Stendal-Süd auseinander, der heute weitgehend verschwunden ist, und schafft dafür einen Raum, in dem sich unterschiedliche Perspektiven auf diesen Ort bündeln. Für einen Abend wurde dieser Raum zum Kino.
Gezeigt wurde „Mit der Faust in die Welt schlagen“ von der Regisseurin Constanze Klaue, auf Basis des Buchs von Lukas Rietzschel. Im Zentrum stehen die Brüder Tobias und Philipp, die in einem ostsächsischen Dorf aufwachsen. Der Film begleitet sie durch eine Umgebung, die von Gegensätzen geprägt ist: extreme Witterung, wenig Perspektiven, eine sich zuspitzende gesellschaftliche Stimmung. Während die Eltern mit dem Bau eines Hauses versuchen, Stabilität herzustellen, geraten die beiden zunehmend in Situationen, in denen sie unterschiedlich auf die Spannungen reagieren – der eine zieht sich zurück, der andere sucht ein Ventil für seine Wut. Ohne zu dramatisieren, zeigt der Film, wie sich äußere Bedingungen und persönliche Entwicklungen gegenseitig verstärken.
Die Entscheidung, genau diesen Film im Kontext der Ausstellung zu zeigen, erwies sich als stimmig. Viele Themen, die in den künstlerischen Arbeiten verhandelt werden – Strukturwandel, Leerstellen, biografische Brüche und die Frage nach Zugehörigkeit – fanden sich im Film wieder, jedoch in einer anderen Form. Während die Ausstellung eher fragmentarisch arbeitet, fügt der Film eine erzählerische Perspektive hinzu, die konkrete Lebensläufe sichtbar macht.
Im Anschluss fand ein Gespräch mit Saskia Gränitz statt, das den Film weiter in Richtung Gegenwart öffnete. Ausgangspunkt waren die im Film gezeigten Erfahrungen, schnell ging es jedoch um eigene Erinnerungen und Beobachtungen zum Aufwachsen in Ostdeutschland in den 2000er Jahren. Dabei wurden unterschiedliche Perspektiven sichtbar: Fragen nach Herkunft, nach Zuschreibungen von außen, nach Bleiben und Weggehen standen ebenso im Raum wie die Wahrnehmung von strukturellen Veränderungen in kleineren Städten und ländlichen Regionen.


